Klinikklassen
Die Klinikklassen sind eine Außenstelle des Landesförderzentrums körperlicher und motorische Entwicklung Schwentinental und im Norddeutschen Epilepsiezentrum untergebracht. Im Epilepsiezentrum werden Kinder und Jugendliche aus ganz Deutschland mit therapieschwierigen Epilepsien behandelt. Entsprechend der unterschiedlichen Schwere der Erkrankung schwankt die Verweildauer in der Klinik. Die Teilnahme am Unterricht und dessen Umfang erfolgt in Abstimmung mit den behandelnden Ärzten, die aus medizinischer Sicht Entscheidungen treffen.
Aufgabe der pädagogischen Förderung ist eine ganzheitliche Beachtung der Zusammenhänge von Krankheit, individueller Lebenssituation und Lernen mit der Auswahl von Lernzielen, Inhalten, Themen und methodischen Aspekten.
Ziel der schulischen Maßnahmen ist die Wiedereingliederung in die Heimatschule bzw. in eine Schule, die dem Leistungsvermögen angemessen ist. Es wird versucht, den Leistungsstand der Heimatklasse im gewählten Bildungsgang beizubehalten. Hierzu soll in enger Zusammenarbeit mit der Heimatschule und den Eltern ein Plan erarbeitet werden. Erfahrungsgemäß können die Schüler nach ihrer Entlassung in ihre Schule zurückkehren.
Entsprechend den unterschiedlichen Lernvoraussetzungen findet ein Unterricht statt, dem die Lehrpläne für die jeweilige Schulart zugrunde liegen und der sich an den Bedürfnissen und der Befindlichkeit jedes einzelnen Schülers orientiert. Es wird sowohl Einzel- als auch Gruppenunterricht erteilt. Vorwiegend werden Inhalte der Fächer Deutsch, Mathematik und Sachkunde in Anlehnung an die Lehrpläne und die Informationen der Heimatschule behandelt. Oft müssen aber auch emotionale Aspekte der Erkrankung, das Selbstvertrauen, das Selbstwertgefühl, individuelle Leistungsmöglichkeiten und -grenzen oder die Lernmotivation behandelt werden. Fragen zur Krankheit und zur Zukunft muss bei Bedarf Raum gegeben werden.
Die Unterrichtsdauer reicht je nach Belastbarkeit des Schülers von einigen Minuten bis zu mehreren Stunden pro Tag.












